Hafen von Stralsund,
1866Öl auf Leinwand, 35,7x49,9 cm; sig. u. r.: H. Brüggemann,
1866 Leihgabe: Altonaer Museum in Hamburg
Brüggemann stammte aus Stralsund, wo er als Sohn des Landschafts- und
Marinemalers Johann Wilhelm Brüggemann geboren wurde. Der Vater stellte
mehrfach zwischen 1828 und 1844 Strandbilder in der Berliner Akademie
aus. 1845 und 1846 studierte er an der Akademie in Kopenhagen. Im 1. und
2. Quartal 1845 gehörte er der Gipsklasse der Kunstakademie an. Wie sein
Vater stellte er in der Berliner Akademie (1856 und 1870) aus.
Einen Hauch der glänzenden Geschichte Stralsunds und der großen Macht
und des Ansehens, die im 14. und 15. Jahrhundert ihren Höhepunkt fanden,
spiegelt dieses Hafenbild wieder. Vor den imposanten Türmen der von
einer tief stehenden Sonne beleuchteten Stadt versucht mit einer kaum
spürbaren leichten Brise eine große Bark den Hafen zu erreichen.
Leichter hat es der frühe Schraubendampfer, der mit festgemachten
Segeln, eine Rauchfahne hinter sich herziehend, seinem Liegeplatz
zustrebt. - Beherrscht wird das Bild jedoch von einer holländischen
Schmack, wie die großen seegehenden Tjalken holländischen Ursprungs auch
genannt wurden. Auf dem mit Breitfock, zwei Vorsegeln, Gaffelsegel und
Gaffeltopsegel sowie Besan vollgetakelten malerischen Schiff ist die
Besatzung damit beschäftigt, das Anlegen an der hölzernen Pier im
Vordergrund vorzubereiten. Eine Anzahl kleiner Küstensegler und Boote
voller beschäftigter Menschen beleben die romantische Szene.