Öl
auf Leinwand, 67 x 105 cm sig. u. 1.: Joh. Holst aus
Privatbesitz
Seit jeher war die Nordsee bei den Seeleuten wegen ihrer
Stürme und der schwierig anzusteuernden, von vorgelagerten
Sänden umgebenden flachen Küsten gefürchtet. Manches von langer
Reise rückkehrende Schiff fand hier kurz vor dem Heimathafen ein
vorzeitiges Ende. Die Darstellung einer friedlichen Nordsee
zeigt dagegen dieses Bild. Eine Bark steuert bei leichten Winden
gegen eine tiefstehende, von einer aufkommenden mächtigen Wolke
verdeckten Sonne eines Sommertages. Die friedliche, ruhige
Stimmung wird durch den Sonnenglast auf dem Meer unterstrichen
und steht im Kontrast zu den sonst vom Künstler bevorzugten
Darstellungen eines stürmischen Himmels und der bewegten See.
Johannes Holst wurde als Sohn des Schiffers Peter Holst am
22. Oktober 1880 in Altenwerder geboren. Er ging als
Dekorationsmaler in die Lehre bei Julius Lüdders in
Finkenwerder. Julius und Hinrich Lüdders waren anerkannte
Schiffsporträtmaler und beeinflußten Holst nachhaltig. Er malte
zunächst mit Vorliebe Fischkutter, dann Segelschiffe und Dampfer
auf hoher See. In vielen Hamburger Reedereikontoren hingen seine
Schiffsporträts. Als er am 5. Juli 1965 starb, hinterließ er ein
Oeuvre von weit über 1000 Bildern, die vor allem die
Segelschiffsromantiker begeisterten.