Tempera,
40 x 60 cm sig. u. r.: S .M. Y. Hohenzollern 1910, Willy Stöwer; u. Li
Vartdals Fjord, Abend aus Privatbesita
Der am 22. Mai 1864 in Wolgast geborene StÖwer fuhr zunächst als
Schiffsinge-nieur zur See. Der Autodidakt betätigte sich bereits in
dieser Zeit als Illustrator. Er ließ sich Ende der 1880er Jahre als
Marinemaler am Tegeler See nieder. Als Herausgeber von Büchern über die
Kaiserliche Flotte und den Segelsport schuf er Hunderte von
Illustrationen. Seit 1904 nahm er mehrfach als Gast des Kaisers an
dessen Seereisen teil. Als Vorsteher des Deutschen Flottenvereins war er
in vorderster Linie an der Propaganda für die Flottenaufrüstung
beteiligt. Er hinterließ eine Autobiographie mit dem Titel: »Zur See mit
Pinsel und Palette«, die noch zu seinen Lebzeiten erschien. Er war einer
der produktivsten deutschen Marinemaler überhaupt. Am 31. Mai 1931 starb
er in seinem Haus in Tegel.
Auf den Seereisen Kaiser Wilhelm IL fanden die mitreisenden bekannten
Marinemaler neben der Gelegenheit zu Naturstudien auch die Möglichkeit,
die Schiffe der deutschen Flotte darzustellen. Hinter den einprägsa-j
men Segeln der sogenannten norwegischen Yacht unter der von der Sonne
beleuchteten Bergkuppe ist die kaiserliche Yacht Hohenzollern zu
erkennen. In ihrer Begleitung erkennt man das weiß gestrichene
Torpedoboot S 97, das unter dem Namen Sleipner auf diesen Reisen
als Depeschenbooi detachiert war, und einen kleinen Kreuzer der
Städte-Klasse.